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Treppe· 3 Min. Lesezeit

Treppenloch berechnen: Durchgangshöhe und Treppenwange

Treppe zum Dachboden: wie du die Durchgangshöhe am Treppenloch prüfst, wie lang die Deckenöffnung für 2,0 m sein muss und welche Bohle du für die Wange kaufst.

Bei einer Treppe ins Dachgeschoss wird am häufigsten der Kopf vergessen. Die Stufen sind bequem, aber auf halbem Weg stößt man an die Kante der Decke. So prüfst du das, bevor die Balken angesägt werden – und bekommst aus derselben Rechnung auch die Wange.

Das Beispiel

Was die Durchgangshöhe ist

Die lichte Treppendurchgangshöhe wird senkrecht zwischen der Linie über die Stufenvorderkanten und der Unterkante des Bauteils darüber gemessen. Kritisch ist die Kante der Öffnung gegenüber dem oberen Treppenende. DIN 18065 nennt mindestens 2,00 m; in Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen darf sie seitlich auf einem Randstreifen etwas geringer sein. In tschechischer Praxis plant man mit 2.100 mm. Im Beispiel rechnen wir mit 2.100 mm und zeigen auch 2.000 mm.

Die Prüfung im Beispiel

Die Deckenunterseite liegt bei 2.600 − 300 = 2.300 mm. Eine Öffnung von 3.000 mm (ab der Kante der oberen Decke nach hinten gemessen) endet nahe am Treppenantritt, wo die Linie der Stufenvorderkanten 467 mm hoch liegt. Durchgangshöhe = 2.300 − 467 = 1.833 mm. Das sind 267 mm zu wenig für 2.100 mm – man stößt sich den Kopf.

Wie lang das Treppenloch sein muss

Rückwärts gerechnet: An der Kante der Öffnung darf die Linie der Stufenvorderkanten höchstens 2.300 − 2.100 = 200 mm hoch liegen. Die erste Stufenkante liegt aber schon bei 185,7 mm, die Kante der Öffnung muss also fast über der ersten Stufe sitzen. Der Rechner ergibt eine kürzeste Öffnung von 3.372 mm – praktisch die ganze Lauflänge von 3.361 mm.

Die Regel dahinter: Ist die Geschosshöhe minus Deckenstärke nur wenig größer als die nötige Durchgangshöhe, muss das Treppenloch fast so lang sein wie die Treppe.

TreppeDurchgangshöhe gefordertKürzeste ÖffnungDurchgangshöhe bei 3.000 mm Öffnung
14 Steigungen, 185,7 × 258,6 mm, 35,7°2.100 mm3.372 mm1.833 mm
14 Steigungen, 185,7 × 258,6 mm, 35,7°2.000 mm3.232 mm1.833 mm
13 Steigungen, 200 × 230 mm, 41,0°2.100 mm2.790 mm2.283 mm
15 Steigungen, 173,3 × 283,3 mm, 31,5°2.100 mm3.953 mm1.517 mm

Eine steilere Treppe braucht ein kürzeres Loch: Mit 13 Steigungen reichen 2.790 mm, und bei 3.000 mm Öffnung bleiben 2.283 mm. Der Auftritt von 230 mm liegt aber unter der voreingestellten Grenze von 240 mm, und 41° sind steil – prüf, ob das für eine Treppe in ein Wohn-Dachgeschoss zulässig ist. Eine flachere Treppe mit 15 Steigungen braucht dagegen fast 4 m Öffnung.

TreppeDurchgangshöhe prüfen

Wange: Länge, Winkel und Bohlenbreite

Mit 14 Steigungen ist die Wange 4.115 mm lang (mit 13: 3.631 mm). Der Lotschnitt hat 35,7°, der Waagschnitt 54,3° aus dem rechten Winkel; am Zimmermannswinkel 185,7 und 258,6 mm. Die Bohlenbreite entscheidet, wie viel Holz unter den Ausklinkungen bleibt:

  • Bohle 300 mm – 149 mm bleiben unter den Ausklinkungen.
  • Bohle 250 mm – 99 mm.
  • Bohle 200 mm – 49 mm.
  • Bohle 150 mm – die Ausklinkungen passen nicht.

Wie viel Holz bei gegebener Spannweite und Last stehen bleiben muss, ist Statik und nicht Teil des Rechners. Kauf Bohlen mit mindestens 4.115 mm plus Zugabe zum Ablängen und frag die lieferbaren Längen beim Händler ab.

Der Rechner liefert Geometrie und Mengen, keine Statik. Ein Treppenloch heißt, Balken oder Decke zu durchtrennen; Wechsel, Wangenquerschnitt und Befestigung bemisst ein Tragwerksplaner.