Zuschnittplan· 3 Min. Lesezeit
Schnittbreite beim Sägen einrechnen: Warum dir bei vielen Schnitten Zentimeter fehlen
Jeder Schnitt macht 1 bis 3 mm Holz zu Spänen. An 44 kurzen Teilen zeigen wir, wann die Schnittbreite eine ganze Latte mehr kostet und wie du sie einplanst.
Du zeichnest elf Stücke à 270 mm auf eine Latte, fängst an zu sägen – und das letzte Stück ist zu kurz. Am Zollstock liegt es nicht. Jeder Schnitt verwandelt einen Streifen Holz, so breit wie die Sägezähne, in Späne. Dieser Streifen ist die Schnittbreite (englisch kerf), und bei vielen kurzen Teilen summiert sie sich zu Zentimetern.
Wie viel ein Schnitt wegnimmt
- Japansäge (Ryoba) – Hersteller geben eine Schnittbreite von etwa 0,7–0,8 mm an.
- Dünnschnitt-Sägeblatt für die Handkreissäge – zum Beispiel 1,5–1,6 mm laut Hersteller.
- Normale Sägeblätter – je nach Blatt bis etwa 3,2 mm.
- Trennscheibe für den Winkelschleifer – die Stärke steht auf der Scheibe (z. B. 1 mm); schmaler wird der Schnitt nicht.
Den genauen Wert findest du in den technischen Daten des Sägeblatts. Noch sicherer: Mach einen Probeschnitt in ein Reststück und miss ihn mit dem Messschieber.
Beispiel: 44 Stücke à 270 mm
Du brauchst 44 gleiche Stücke à 270 mm, etwa als Querleisten für einen Blumentopf-Rost. Die Latten sind 3.000 mm lang, und von jeder schneidest du am Anfang 5 mm zum Besäumen ab. Wie viele Latten musst du kaufen?
Ohne Schnittbreite wäre es einfache Mathematik: 11 × 270 = 2.970 mm, aus einer Latte werden also 11 Stücke, und 44 Stücke ergeben genau 4 Latten. Elf Stücke bedeuten aber 10 Schnitte dazwischen. Zusammen mit dem Besäumschnitt brauchst du:
| Schnittbreite | Länge für 11 Stücke | Stücke pro Latte | Kaufen | Verschnitt |
|---|---|---|---|---|
| 1 mm | 2.985 mm | 11 | 4 Latten | 1 % |
| 2 mm | 2.995 mm | 11 | 4 Latten | 1 % |
| 3 mm | 3.005 mm | 10 | 5 Latten | 20,8 % |
| 4 mm | – | 10 | 5 Latten | 20,8 % |
Bei 3 mm fehlen für das elfte Stück 5 mm. Jede Latte liefert deshalb nur 10 Stücke, und für 44 Stücke brauchst du 5 Latten statt 4. Aus der fünften Latte werden nur 4 Stücke geschnitten, übrig bleibt ein Reststück von 1.903 mm. Der Verschnitt springt von 1 % auf 20,8 %.
Vorsicht auch bei 2 mm: Elf Stücke passen, aber am Ende bleiben nur 3 mm. Ist die Latte ein bisschen kürzer oder verläuft ein Schnitt, reicht es für das letzte Stück nicht mehr. Ein paar Millimeter Reserve pro Latte sind in der Praxis sinnvoll.
ZuschnittplanDieses Beispiel im Zuschnittplaner öffnenWarum „Zentimeter fehlen“
Ein häufiger Fehler: alle Stücke auf einmal vom Anfang der Latte aus anzeichnen – 270, 540, 810 mm und so weiter – und genau auf dem Strich sägen. Jeder Schnitt nimmt dann die halbe Breite vom Stück vor dem Strich und die halbe vom Stück dahinter, und jedes Stück wird um eine Schnittbreite kürzer. Bei 3 mm sind das 3 mm pro Stück, bei 44 Stücken zusammen 132 mm Holz, die du für die Stücke „eingeplant“ hattest.
So sägst du, damit die Stücke passen
- 1Miss und zeichne immer nur ein Stück an, vom frisch gesägten Ende aus.
- 2Säge auf der Abfallseite des Strichs – der Strich bleibt am Stück.
- 3Bei einer Serie gleicher Stücke stell an der Kappsäge einen Anschlag ein, dann musst du gar nicht mehr messen.
- 4Gib im Rechner die echte Schnittbreite deines Sägeblatts ein, keine Schätzung.
Der Rechner zählt die Schnittbreite zwischen je zwei Stücken und auch vor dem Reststück am Ende der Latte dazu, den Besäumschnitt nur einmal am Anfang. Die angezeigten Reststücke sind deshalb genau die Längen, die du am Ende wirklich in der Hand hältst.
Tipps aus der Werkstatt
- Je kürzer die Stücke, desto mehr Schnitte und desto mehr zählt die Schnittbreite. Bei zwei langen Stücken ist sie fast egal, bei vierzig kurzen nicht mehr.
- Fehlen dir ein paar Millimeter für ein weiteres Stück, mach die Stücke 1–2 mm kürzer oder lass den Besäumschnitt weg, wenn das Lattenende gerade und unbeschädigt ist.
- Heb Reststücke über 250 mm auf – von der fünften Latte bleibt mehr als genug für das nächste Projekt.