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Fliesen & Bodenbelag· 3 Min. Lesezeit

Laminat berechnen: Wie viele Pakete brauche ich für ein Zimmer von 5 × 3,6 m?

Zimmer 5 × 3,6 m, Dielen 1.285 × 192 mm: wie viele Dielen und Pakete du kaufst, warum Laminat nach Fläche zählt, nicht nach Verlegeplan, und wie viel Reserve.

Laminat wird in Paketen verkauft, nicht pro Quadratmeter. Auf dem Karton stehen das Dielenformat und die Stückzahl im Paket — und daraus musst du ausrechnen, wie viele Pakete ins Auto kommen. Vinyl-Klickdielen rechnest du genauso. Gehen wir das an einem Zimmer von 5 × 3,6 m durch.

Das Beispiel

Warum Laminat nach Fläche gerechnet wird

Bei Fliesen ist jede geschnittene Fliese eine gekaufte Fliese. Beim schwimmend verlegten Boden ist das anders: Das Stück, das du am Ende einer Reihe abschneidest, beginnt meist die nächste Reihe. Verschnitt entsteht vor allem in der letzten Reihe und bei Resten, die zu kurz sind. Deshalb hat der Rechner die Option Reststück vom Reihenende beginnt die nächste Reihe — dann rechnet er nach Fläche, nicht nach den Stücken im Verlegeplan.

BerechnungDielenPakete à 8 Stück
Nach Fläche, ohne Reserve7310
Nach Fläche + 10 %8111
Nach Fläche + 15 %8411
Jedes geschnittene Stück aus neuer Diele + 10 %9713

Im Verlegeplan sind 54 ganze und 34 geschnittene Dielen, zusammen 88. Nimmst du für jedes geschnittene Stück eine neue Diele, brauchst du mit Reserve 13 Pakete. Verwendest du die Reststücke als Anfang der nächsten Reihe, reichen 11 Pakete — zwei ganze Pakete weniger.

Schritt für Schritt

  1. 1Fläche einer Diele: 1,285 × 0,192 m = 0,2467 m². Ein Paket mit 8 Dielen deckt 1,974 m².
  2. 2Dielen nach Fläche: 18 m² ÷ 0,2467 m² = 72,96, aufgerundet 73 Dielen.
  3. 310 % Reserve: 73 × 1,1 = 80,3, also 81 Dielen.
  4. 4Pakete: 81 ÷ 8 = 10,1 — du kaufst ganze Pakete, also 11.

Achte auf die Reihenfolge: Schlag die Reserve auf die Zahl der Dielen auf und teile erst dann durch die Stückzahl pro Paket. Rundest du zuerst auf Pakete (10) und gibst danach 10 % dazu, kommst du hier zufällig auch auf 11 — bei einer anderen Zimmergröße könnte dir aber ein Paket fehlen.

Das Zimmer ausmessen

  • Miss jede Wand an mindestens zwei Stellen — alte Wände sind selten parallel. Gib den größeren Wert ein.
  • Eine Nische, einen Einbauschrank ohne Boden oder die Fläche unter dem Heizkörper rechnest du getrennt als weiteres Rechteck.
  • Läuft der Boden ohne Übergangsprofil durch die Tür ins nächste Zimmer, rechne beide Räume als eine Fläche, die Dehnungsfugen aber nach der Anleitung des Herstellers.

Wie viel Reserve dazukommt

Der Hersteller Egger empfiehlt in seiner Kaufhilfe, 10 % für Verschnitt und Fehler dazuzurechnen und, wenn du zum ersten Mal verlegst, ruhig bis zu 15 %. Außerdem rät er, die Paketzahl aufzurunden und ein Paket mehr in Betracht zu ziehen, wenn der Boden aus einer begrenzten Charge stammt. In unserem Beispiel ergeben 10 % und 15 % gleichermaßen 11 Pakete — die größere Reserve bekommst du hier also geschenkt.

Fliesen & BodenbelagBeispiel im Fliesenrechner öffnen

Worauf du beim Verlegen achtest

  • Die letzte Reihe — 3.600 mm sind kein Vielfaches der Dielenbreite, deshalb bleibt beim Start an der Wand eine letzte Reihe von nur 144 mm Breite. Stört dich das, schneide die erste und die letzte Reihe gleichmäßig schmaler.
  • Dehnungsfuge — Laminat arbeitet mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Egger nennt als Wandabstand üblicherweise 8–10 mm. Der Boden ist also etwas kleiner als das Zimmer; rechnest du mit dem vollen Raummaß, hast du eine kleine Reserve extra.
  • Akklimatisieren — Egger empfiehlt, die Pakete 48 Stunden in dem Raum zu lagern, in dem verlegt wird.
  • Stoßversatz — die Kopfstöße benachbarter Reihen dürfen nicht übereinanderliegen. Den Mindestversatz und das kürzeste zulässige Stück findest du in der Verlegeanleitung deines Bodens.

Tipps aus der Werkstatt

  • Öffne mehrere Pakete gleichzeitig und misch die Dielen, damit sich das Dekor gleichmäßig im Raum verteilt.
  • Leg ein ungeöffnetes Paket zur Seite — wenn eine beschädigte Diele ersetzt werden muss, bist du froh darüber.
  • Hast du mehrere Räume mit demselben Boden, rechne jeden Raum einzeln und zähl die Pakete erst am Ende zusammen.

Der Rechner berechnet das Material, nicht den Untergrund. Ebenheit, Trittschalldämmung, Dampfbremse und Dehnungsfugen richten sich nach der Verlegeanleitung des Bodenherstellers — davon hängt auch die Garantie ab.